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Tabulaturen
für Laute und Gitarre - Tablatures for the Lute
and the Guitar
Barock
und "Galante Musik" - Baroque age and "Galant
music" |
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Tabulatursysteme
- Tablature systems
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Musik auf Zupfinstrumenten wurde in der
Renaissance und im Barock in Tabulatur notiert.
Die Tabulatur ist eine Schrift, bei der die Saite
und die Griffposition auf dem Griffbrett notiert
wird. Über den Griffbezeichnungen wurde der
Rhythmus notiert.
Tabulatur
ist keine "Geheimschrift", wie in der
Vergangenheit vielfach gemutmaßt wurde. Mit
der häufig fatalen Konsequenz, dass Tabulaturen,
weil dem Unkundigen sich nicht erschließend,
einfach vernichtet wurden. Eine "Renaissance"
erlebt das Prinzip der Tabulatur (in Form der bezifferter
Darstellung) seit einiger Zeit im Bereich der Unterhaltungsmusik
für die Gitarre.
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Gelegentlich beschleicht mich dabei der Verdacht,
dass das Erlernen von Noten und Spielen nach Noten aus der Mode
kommt, weil es als zu mühsam erscheint. Hoffentlich wird
dann nicht irgendwann Musik in regulärer Notation auch
ein Opfer der Unkenntnis ...
Die Stücke
auf diesen Seiten sind in französischer Tabulatur/french
tablature notiert (als Konzession an Jüngere einige Tabulaturen
für Gitarre auch in moderner = bezifferter Tabulatur).
Das Prinzip der Tabulatur ist einfach: die sechs Linien stehen
für die Saiten der Gitarre/die obersten sechs Chöre
der Laute (Chor = zwei Saiten im Gleichklang oder im Oktavabstand).
Gitarre (normale Stimmung): - e (oberste Linie) -
h - g - D - A - E (untere Linie. (Achtung! Im Englischen
wird die Saite "h" als "b" notiert!)
Barocklaute (d-moll-Stimmung): - f´ (oberste Linie)-
d´- a - f - d - A (untere Linie)- . Oberhalb
des Liniensystems sind die Notenwerte mit den bekannten Zeichen
aus der regulären Notation vermerkt. Ein "a"
auf einer Linie bedeutet, dass die betreffende Saite leer angeschlagen
wird, ein "b", dass sie im ersten, ein "c"
(sieht in der Darstellung eher aus wie ein "r"), dass
sie im zweiten, ein "d" (sieht in der Darstellung
nach links gekippt aus), dass sie im dritten Bund gegriffen
und angeschlagen wird (und so weiter). Einzige Abweichung: um
Verwechslungen zu vermeiden, gibt es kein "j". Auf
"i" (= 8. Bund) folgt "k" (= 9.Bund).
Als Beispiel ein Stück aus der "Ausseer Tabulatur".
Im oberen System die Tabulatur, im unteren die reguläre
Notation:
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Die anzuschlagenden Basschöre der
Barocklaute werden unterhalb des Liniensystems notiert: "a"
(= G), "/a" (= F), "//a" (= E), "///a"
(= D), 4 (= C) bei der 11-chörigen Barocklaute; 5 (= H´),
6 (= A´) kommen bei der 13-chörigen hinzu. Die Stimmung
der Basschöre ist abhängig von der Grundtonart des
jeweiligen Stückes. Vorgenannte Stimmung gilt für
Stücke in C-Dur und a-Moll. Für F-Dur/d-moll ist bei
der 11-chörigen Barocklaute kein Umstimmen erforderlich.
Bei der 13-chörigen muss der 5. Basschor nach B´
gestimmt werden. Dem Quintenzirkel entsprechend, erfordert B-Dur/g-moll
im Basschor "//a" die Stimmung auf "Es".
In der anderen Richtung des Quintenzirkels muss für G-Dur/e-moll
der Basschor "/a" auf "Fis", bei D-Dur/h-moll
dann zusätzlich der 4. Basschor auf "Cis" gestimmt
werden. Und so sieht eine handschriftliche Originaltabulatur
für Barocklaute aus:
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Hinweise auf andere historische Tabulatursysteme/Other
historical systems of tablature
Die
spanische
Tabulatur/spanish tablature verwendet sechs Linien für die Saiten,
der unterste Strich entspricht der tiefsten Saite. Arabische
Ziffern geben die Griffposition an.
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Die italienische Tabulatur/italian
tablature ist spiegelbildlich zur spanischen. Die
unterste Linie steht für die höchste Saite.
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Recht kompliziert ist es bei der deutschen
Tabulatur/german tablature der Renaissance. Daher nur eine Abbildung
als Eindruck:
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