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Tabulaturen
für Laute und Gitarre - Tablatures for the Lute
and the Guitar
Barock
und "Galante Musik" - Baroque age and "Galant
music" |
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Rhodos und die Lauten
Eindrücke eines Urlaubs
- Beitrag zur Lauten-Iconographie - |
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Rhodos, eine heute
griechische Insel, auf der die alten Griechen, Römer, Byzantiner,
Kreuzritter, Türken, Italiener und die Neu-Griechen, um
nur die wichtigsten zu nennen, ihre Spuren hinterlassen haben,
hat für die Lauten-Iconographie einige Überraschungen
zu bieten!
Bekannt von Bouzouki-
und Rembetiko-Orchestern dürfte nach Besuchen in Griechenland
und seinen Inseln Urlauberinnen und Urlaubern wohl das "Laouto" (auch la laghuto, lagouto, lavouto,
lavaouta) sein. Es handelt sich um ein vierchöriges Instrument,
das als Begleitinstrument für ein Solo-Instrument oder
im Orchester, aber auch als Solo-Instrument dient, heutzutage
mit Stahlsaiten bespannt ist und mit einem Plektrum gespielt
wird. Das Instrument ist griechisch-türkischer Abstammung
und seine Verwandtschaft zur "oud" unverkennbar, wenn
auch der Hals deutlich länger und der Korpus anders geschnitten
sind als bei der klassischen "oud".
Die Bünde
des Lauto sind starr eingelassen (Metall oder Holz) oder auch
flexibel aus Darm. An Stimmungen wurden mir in einer Musikalienhandlung
in Rhodos-Stadt genannt: cgda, agdc , dafc oder gdae (die Chöre
bestehen aus Doppelsaiten; gelegentlich kommen im Chor auch
Oktavstimmungen vor). Die Stimmung des Instruments sei abhängig
von der Region, in der es zum Einsatz komme, so die Erläuterung.
Auf Kreta und Rhodos gab und gibt es den Einsatz als Begleitinstrument
für die "Lyra", ein Streichinstrument mit 3 bis
5 Saiten. Im Heimatmuseum von Afandou
an der Nordost-Küste konnte
ich eine historische Aufnahme dieses traditionellen Ensembles
abfotografieren:
 Foto im Heimatmuseum von Afandou
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Der überschaubare
Ort Apollona im Gebirge "Prophitis Ilias"
hat ein kleines Heimatmuseum, das aus drei Räumen besteht.
Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall! Neben vielen Dingen des
täglichen Gebrauchs werden auch einige Musikinstrumente
ausgestellt. Dazu zählen Rasseln (ggf. für Kleinkinder.
Den Nutzerkreis konnte uns die freundliche Dame, die das Museum
betreut, leider nicht definieren), einige Flöten und
ein „Lauto“.
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Heimatmuseum Apollona |
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Es war ein großes
Privileg, das Instrument aus der Vitrine entnehmen und fotografieren
zu dürfen. Das Alter des Instrumentes ist schwer zu schätzen.
Die Bünde sind aus Metall. Ob diese später eingefügt
worden sind, war nicht erkennbar. Der Wirbelkasten ist für
normale Wirbel, nicht für eine Mechanik ausgelegt. Von
den Wirbeln ist keiner mehr vorhanden. Der Wirbelkasten fasst
7 Wirbel, was eine Aufteilung der Chöre von 3 x 2 und 1
x 1 entsprechen dürfte. Er mündet in einen geschnitzten
Kopf.
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Neben einer augenscheinlich
alten Lyra werden im „Museum für dekorative Volkskunst“
der Stadt Rhodos auch Teile von Möbelstücken
verwahrt, auf denen sich Abbildungen von Lauteninstrumente spielenden
Männern befinden. Es handelt sich bei den Möbelstücken
um eine Holzbank, die Tür eines Schrankes für Geschirr
sowie Teile von Bettgestellen. Ob die Teile zu einem Haushalt
gehörten oder aus verschiedenen zusammengetragen worden
sind, konnte uns vor Ort nicht beantwortet werden. Ebenso blieb
die Frage des Alters offen.
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Das Grundmotiv:
dargestellt wird ein Mann, der das Lauteninstrument spielt;
ihm gegenüber steht eine Frau. Beide sind offenkundig im
„Sonntagsstaat“ gekleidet. Bei einigen der
Abbildung sieht es so aus, als würde die Frau tanzen oder
singen. Leider sind einige der Bilder schon so weit
in Mitleidenschaft gezogen, dass kaum noch erkennbar ist, ob
es sich bei dem Lauteninstrument um ein bebündetes oder
ein unbebündetes Instrument handelt. Auf jeden Fall weisen
alle Darstellungen des Instruments einen leicht bis deutlich
abgewinkelten Wirbelkasten bzw. ein Wirbelbrett auf.
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Alle Aufnahmen im
"Museum für dekorative Volkskunst"
Rhodos-Stadt
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In Lindos an der Ostküste der Insel gibt es ein kleines
Kirchenmuseum, in dem neben Gerätschaften für
den Gottesdienst auch Ikonen und einige Fresken verwahrt werden.
Auf einer der Fresken wird eine Gruppe von drei musizierenden
Personen (Engeln) abgebildet, die um einen Sterbenden, dem gerade
die Seele - in figürlicher Darstellung - entweicht, gruppiert
sind. Freundlicher Weise wurde das Fotografieren gestattet.
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 Kirchenmuseum
von Lindos
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Der mittlere musizierende
Engel spielt wohl eine Zister, deren Wirbelbrett
(oder Kasten?) durch einen geschnitzten Kopf abgeschlossen
wird. Die Wirbel scheinen von oben, nicht von
unten her gesetzt zu sein!
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Der rechte musizierende Engel
spielt eine Knickhalslaute. Die Rosette ist
überdimensional groß. Es macht fast den
Eindruck, als würde "Daumen unter"
gespielt. |
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Leider konnte mir niemand
in dem Museum sagen, woher das Fresco ursprünglich
stammt und auf welche Zeit sein Entstehen zu datieren
ist. |
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In Asklipio, ebenfalls an der Ostküste der Insel gelegen,
allerdings einige Kilometer landeinwärts, befindet
sich neben einem sehenswerten Heimatmuseum die kleine Kirche
"Kimisis tis Theotókou" mit sehenswerten Fresken.
Laut Auskunft des Küsters, der zugleich das Heimatmuseum
betreut, wurde mit der Ausmalung der Kirche im 14. Jahrhundert
begonnen. Gleich rechts, kurz hinter der Eingangstür, befindet
sich folgendes Fresco (auch hier in Asklipio wurden keine Bedenken
ausgesprochen, das Fresko zu fotografieren):
 Fresco
in der Kirche "Kimisis tis Theotókou" - Asklipio
(Ausschnitt)
Der mittlere
musizierende Engel scheint eine Zister zu spielen. Das Wirbelbrett
ist leicht abgewinkelt. Auch hier sieht es so aus, als wären
die Wirbel von oben gesetzt.

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Im Großmeisterpalast
der Kreuzritter in Rhodos-Stadt
schließlich haben
wir auf der Rückenlehne eines ausgestellten Stuhls eine
gewebte Darstellung einer Musikantin entdeckt, die ein Lauteninstrument
in den Händen hält. Zu ihren Füssen liegt das
Wappentier von Rhodos: ein Hirsch.
 Im Großmeisterpalast
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Keine Aufnahmen
habe ich gemacht in der Musikalienhandlung in der Altstadt von
Rhodos-Stadt. Hier gibt es das gesamte Sortiment für ein
Bouzouki- oder Rembetiko-Ensemble: Bouzouki, Baglamas, Tzouras,
Oud und andere. Natürlich wird auch das "Laouto"
geführt. Als wir das Geschäft besuchten, gab es ein
gebrauchtes Instrument, das mit dem Hinweis angepriesen wurde,
es hätte bereits einen Tonabnehmer eingebaut, und es gab
ein neues Instrument. Auch eine Lyra hätten wir erwerben
können. Es blieb dann aber bei einer CD mit griechischer
Popmusik; natürlich nur wegen des Transportproblems ...
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Übrigens:
wer sich für das "Laouto" und andere Instrumente
aus Griechenland interessiert, sollte auf jeden Fall einmal
die Homepage von Dino Bersis ansteuern:
http://www.diodinos.com/wood_oud.htm
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