
Lee
Santana mit "Aktiven" und "Passiven"
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INTERPRETATIONSKURS
mit Lee SANTANA
Das Angebot
eines Interpretationskurses ist mittlerweile
ebenso wie die Verkaufsausstellung zu einem
konstitutiven Bestandteil des Festivals
geworden und wird gut angenommen. In Regensburg
fand der Kurs unter Leitung von Lee SANTANA statt.
Es ist
nicht selbstverständlich, dass hohe
Musikalität und hervorragendes Fachwissen
auch mit ebensolchen pädagogischen
Fähigkeiten korrespondieren. Bei Lee
ist es aber so; und das wirkte sich auf
den gesamten Kurs aus. Es dürften so
neben den aktiven auch die passiven Teilnehmerinnen
und Teilnehmer profitiert haben! |
DER SAMSTAG-NACHMITTAG
Die Agenda
des IFL bot für den Samstag-Nachmittag
eine Reihe an Vorträgen und Konzerten.
Bart
ROOSE (Brügge)
sowie Peter VAN WONTERGHEM (Knesselare)
referierten über Newsiedlers „Newgeordnet
Künstlich Lautenbuch“, Werner von STRAUCH (Schkopau) versuchte
die physikalischen Grundlage des allen „Zupferinnen
und Zupfern“ aus der Praxis gut bekannten
Phänomens der „Stimmungen und Temperaturen“
nahe zu bringen. |

Bart Roose
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Milorad Romic
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Milorad ROMIC spielte auf einer
trotz geringer Größe ausgesprochen
tragfähigen Gitarre einige seiner Lieblings-Stücke
aus der Renaissance-Literatur.
Herausragend
waren die beiden Veranstaltungen, für
die Anthony
BAILES
(Basel) zusammen einmal mit Francois-Pierre
GOY
(Charenton-le-Pont), zusammen beim anderen
Mal mit Frank
LEGL
(Weilheim) verantwortlich zeichnete. |

Albert Reyerman
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F.-P. GOY und A. BAILES präsentierten
absolute souverän nach einer kurzen
Einleitung von Albert REYERMAN das Manuskript
für 11-chörige Barocklaute Nr.
AN 62 aus der Bischöflichen Zentralbibliothek
Regensburg, ein in vielerlei Hinsicht als
Schatz zu bezeichnendes Dokument. Mit seinem
exzellenten, breit angelegten und ebenso
detaillierten Wissen referierte F.-P. GOY über die
musikwissenschaftlichen Dimensionen des
Manuskriptes, insbesondere auch unter dem
Gesichtspunkt, dass es sich um die Hauptquelle
für den französischen Komponisten
Delaunay handelt. A. BAILES, von A. REYERMAN völlig zutreffend
als „Lord of the Lutes“ vorgestellt, spielte
technisch souverän und sein tiefes
Verständnis für diese Musik akustisch
greifbar werden lassend Beispiele aus dem
Manuskript. |

A. Bailes
und F.-P. Goy
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Eine Übertragung
des Manuskriptes wird nach jetziger Planung
noch im Laufe des 1. Halbjahres 2008 bei
TREE-Edition erscheinen, versehen mit einem
umfassenden Vorwort von F.-P. GOY.
Hätte jemand ein Bandgerät
oder einen DAT-Recorder beim Konzert von
A.
BAILES
mitlaufen lassen, könnte die Ausgabe
auch gleich mit einer Referenzinterpretation
erscheinen … Es bleibt zu wünschen,
dass es zu einer Einspielung durch Anthony BAILES kommen wird.
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Frank LEGL und A. BAILES sind in dieser
Kombination nun auch schon als eine feste
Größe beim IFL zu bezeichnen;
und zwar im maßstabsetzenden Sinne.
Für Regensburg hatten die beiden ein
gleichermaßen anmutendes wie bildendes
„Entertainment“ konzipiert: „Insonderheit
die laute, die oben recht als mit staub
beworffen war – mit Johann Friedrich Armand
von Uffenbach auf musikalischer Reise“. |

Anthony Bailes
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Dr. Frank
Legl
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Zu A. BAILES: siehe vorstehend.
Frank
LEGL:
wie stets sehr kenntnisreich, mit feinem,
hintergründigen Humor präsentierend.
Die beiden verzauberten durch Wort, Bild
sowie Musik und machten hungrig (oder durstig)
auf mehr von dieser Kost! |
DER SAMSTAG-ABEND
Obwohl
(oder gerade deswegen weil?) der Ministerpräsident
und der Finanzminister des Freistaates Bayern
auf Einladung der „Königstreuen“ (kann
wahrscheinlich nur verstehen, wer in Bayern
lebt) in Regensburg zu Besuch weilten, waren
bei den Abendkonzerten die Platzkapazitäten
des Runtinger-Saals vollständig ausgelastet.
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Linda SAYCE (Didcot, Oxfordshire)
begann mit „Englischer Musik für 10-chörige
Laute vom Beginn des 17. Jahrhunderts –
Johnson, Bachelar, Sturt“. Leider ließ
ihre Konzentration nach einigen Stücken
spürbar nach und sie verirrte sich
einige Male auf dem Griffbrett, was ihr
sichtlich sehr unangenehm war. Auch Profis
können einmal dem Lampenfieber erliegen.
Als Ausgleich gab es dann am Sonntag-Vormittag
bei den Instrumentenbauern der Ausstellung
„Mini-Konzerte“: ohne Tabulaturen, aus dem
Gedächtnis spielend und rundherum gelungen.
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Linda Sayce
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Claire
Antonini
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Wie anders am Samstag
das zweite Konzert des Abends: Linda SAYCE,
die die Stücke ihres Konzertes jeweils
auch kurz erläutert hatte, folgte Claire ANTONINI (Paris), introvertiert
und absolut konzentriert. Durch die vorgestellten
Stücke aus dem Barocklauten-Manuskript
„Vaudry de Saizenay“ und die Art der Darbietung
mit einer differenzierten Interpretation
wurde das Publikum im Nu verrückt …
in eine andere Dimension. Und das hielt
das gesamte Konzert hindurch an. Die eine
Zugabe musste dann hart erklatscht werden.
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Der Abend klang
aus mit einem Kontrastprogramm: Rainer LUCKHARDT(EMMENDINGEN) bot
erotische, erschröckliche und erbauliche
Lautenlieder von Frank Wedekind. Unter dem
Titel „Ich hab meine Tante geschlachtet“
musste er gegen Knoblauchschwaden und Lautstärkepegel
in einem Lokal ankämpfen, das kurzfristig
als Veranstaltungsort hatte gewählt
werden müssen, nachdem das ursprünglich
gewählte Lokal getroffene Absprachen
nicht hatte einhalten wollen. Die nicht
gerade komfortabel zu nennenden äußeren
Rahmenbedingungen (Dr. WUNDERER musste sogar
schnell noch eine Beleuchtung für den
Notenständer organisieren – auch das
klappte im Handumdrehen !!!) konnten R. LUCKHARDT nicht davon abhalten,
sein Publikum auf das trefflichste zu unterhalten! |

Rainer
Luckhardt
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