Livre du Luth des Pater Hermien Kniebandl

Tabulaturen für Laute und Gitarre - Tablatures for the Lute and the Guitar

Barock und "Galante Musik" - Baroque age and "Galant music"

 


 

 

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08.04.2008


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Internationales Festival der Laute
Deutsche Lautengesellschaft e.V.
Regensburg 04.04. bis 06.04. 2008
 

Regensburg über die alte Steinbrücke
Regensburg im Regen 

 

ES GRÜSSET REGENSBURG!
 

Das Internationale Festival der Laute (IFL) fand in diesem Jahr – 2008 – unter dem Motto „Regensburger Lautenfrühling“ statt. Regensburg machte dazu vom 04. bis 06. April 2008 dem ersten Teil seines Namens alle Ehre (je nach Perspektive) und ließ vom Frühling wenig spüren.

Was das Wetter überwiegend nicht zu bieten hatte, wurde durch die freundliche Aufnahme der Lautenistinnen und Lautenisten sowie der Aussteller durch die Mitorganisatoren/-veranstalter vor Ort, namentlich und stellvertretend für alle anderen: Dr. WUNDERER als Leiter des Naturkundemuseums und der in Regensburg ansässige Gitarrist Milorad ROMIC vollständig wett gemacht. Durch Oliver HOLZENBURG, bewährter Festivalorganisator der DLG e.V., war ein vielversprechendes Programm für das Wochenende entwickelt worden. Novum: der Ausklang mit einer „freien Bühne“.
 

        Klemens Unger, Stadt Regensburg                          Wunderer, Naturkundemuseum
            Klemens Unger, Kulturreferent                                      Dr. Wunderer, Leiter des
                 der Stadt Regensburg
                                               Naturkundemuseums

DER ERÖFFNUNGSTAG

Die Reden zur Eröffnung des Festivals fielen freundlicher Weise alle inhaltlich prägnant und
zeitlich kurz aus. Klemens UNGER, Kulturreferent
der Stadt Regensburg, Dr. WUNDERER, Leiter des Naturkundemuseums, Oliver HOLZENBURG und
Milorad ROMIC wussten, was das den Saal des Naturkunde- museums schon mengenmäßig fast sprengende Publikum erwartete: ein schnörkelloses, zügiges Präludium!

 Milorad Romic
Milorad Romic
 

Pietro Prosser
           Pietro Prosser

Schon im vergangenen Jahr (2007) war für die Eröffnung des IFL in Kassel ein Konzert von Pietro PROSSER (Rovereto) mit Werken für Bass-Callichon, gespielt auf einem Original-Instrument von Gregor Ferdinand Wenger (1714), und Erläuertungen zur Restaurierung dieses Instruments durch den Lautenbauer und Restaurator Bob VAN DE KERCKHOVE (Cremona/Italien) vorgesehen gewesen. Dieses integrierte Vortrags-Konzert hatte allerdings kurzfristig aufgrund einer nicht vorhersehbaren Verpflichtung von P. PROSSSER verschoben werden müssen. Gut, dass nur verschoben und nicht aufgehoben worden war:

ein Genuss, das das weitgehend noch aus Originalteilen bestehende Instrument zu hören (und zu sehen)! Die ersetze Decke hatten Pietro und Bob mitgebracht. Sie konnte von Interessierten eingehend studiert werden. Bei kombinierten Vortrags-Konzerten passiert es leicht, dass einer der beiden Teile zu kurz kommt. Hier war es zumindest für mich so, dass beide Teile zu kurz kamen.
Gern hätte ich noch mehr Musik gehört und zudem weitere Informationen über die Restaurationsgeschichte und das Instrument erhalten.  Gut, dass Bob VAN DE KERCKHOVE erwägt, in absehbarer Zeit seinen mündlichen Vortrag auszuarbeiten und zu Papier zu bringen.
 

Bob Kerckhove
Bob van de Kerckhove

Josef Kreisel
            Josef Kreisel

Mit großem didaktischen Geschick und sich gut auf die inhomogene Kenntnislage seines Auditoriums einstellend, verstand es Dr. WUNDERER, die komplexe naturge- schichtliche Entwicklung des Baumes und seine Funktionsweise darzustellen. Danach hatte der Lautenbauer Josef KREISEL (Oberzeitelbach) es nicht ganz leicht, für seinen an der Praxis orientierten Vortrag „Herkunft, Handel und Verwendung von Hölzern im Instrumenten-/Lautenbau“ einen neuen Spannungsbogen aufzubauen.
 

Wie spannend die Frage von Details bei der Zuschreibung von Instrumenten sein kann, demonstrierte Heidi von RUEDEN, Gitarrenbaumeisterin und Restauratorin aus Berlin, am Beispiel der Gitarren im deutschsprachigen Raum in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Besonders hervorzu- heben sind ihre Erkenntnisse aus intensivem Quellen- studium etwa zu jeweils zeitgenössischen Aussagen (z.B. in Unterrichtswerken) über die Güte der Arbeit von bestimmten Gitarrenbauern.

Heide von Rueden
Heidi von Rueden

Dass der Vortrag angesprochen hat, zeigte eine Reihe von Fragen, die qualifiziert beantwortet werden konnten. Auch hier gilt: es wäre schön, den Vortrag eines Tages in ausgearbeiteter Form vorliegen zu haben.
 

DIE ABENDKONZERTE

Die Wahl des Runtinger-Saals Saal in unmittelbarer Nähe der Donau („Donau so grau, so grau, so grau …“) für die Abendkonzerte war in mehrfacher Hinsicht richtig:

    o der Saal hat eine ganz hervorragende Akustik und dürfte sich auch für die    Aufzeichnung von Lautenkonzerten sehr gut eignen (wenn denn nicht gerade    Kfz unter dem Fenster an der Stirnseite des Saales vorbeifahren);
    o im Saal sind bei Restaurierungsarbeiten einige bemerkens- und sehenswerte    Fresken (bis hin zu „Verewigungsskizzen“) freigelegt worden;
    o der Saal bietet vor allem auch (fast) genug Platz für das Publikum.
     

Bart Roose
             Bart Roose

Bart ROOSE (Brügge) hatte keine Probleme, mit seiner 6-chörigen Renaissancelaute den Saal akustisch zu füllen. „Ein Newgeordnet Künstlich Lautenbuch“ (1536) hat aber ebenso wie das Instrument so seine Tücken. Dennoch: dem Publikum gefiel das Konzert eindeutig! Zu ergänzen ist, dass Bart dann am Samstag zusammen mit Peter VAN WONTERGHEIM (Knesselare) sich dann nach der praktischen Demonstration der Musik von Neusiedler in einem gelungenen Vortrag auch musikwissenschaftlich auseinander gesetzt hat.
 

Mit dem Titel seines Konzertes „Ein neuungeordnet künstlich Zisterbuch“ hatte Lee SANTANA (Bremen) bei mir die Hoffnung geweckt, endlich einmal sehr viel Musik aus dem Repertoire der eher selten als Soloinstrument zu hörenden Cister präsentiert zu bekommen. Leider hatte Lee nur drei Originalstücke und eine Eigenkomposition für die Cister in das sonst von Lautenmusik dominierte Programm aufgenommen. Das überkommene Repertoire für die Cister ist gut überschaubar. Es enthält zum Teil technisch sehr anspruchsvolle und sehr gut klingende Musik. Da gestatte ich mir bei allem Respekt gegenüber dem tonschaffenden Künstler die Frage, warum dieses Repertoire mit modernen Kompositionen ergänzt werden muss, die zu spielen auch den Einsatz zusätzlicher Gegenstände für die Klangerzeugung (oder Beeinflussung) bedurfte. Diese wie auch andere von Lee dargebotene Eigenkompositionen für die Laute haben mich nicht überzeugen können. Es ging einigen im Publikum wie mir und andere waren sehr begeistert. So hatte Lee dann eine gute Vorlage für eine in aller Freundschaft überaus kontrovers geführte Debatte beim Ausklangsbier gegeben.

Lee Santana
             Lee Santana

 

Der Seher - Steinbruecke
... da schauen wir doch
einmal Richtung ...

 

 

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