Die Pinakotheken in München, ein lohnender
Besuch; zumindest was die Alte und Neue Pinakothek anbelangt.
Zum Besuch der Pinakothek der Moderne fehlte uns die
Zeit. Natürlich warf ich meinen Blick auf die Bilder
durch die Brille mit dem Suchmuster "Laute und
andere Zupfinstrumente". Ich wurde fündig!
Leider waren wegen Renovierungsarbeiten nicht alle Räume
in der Alten Pinakothek begehbar. Leider sind im Internet
auch nicht von all den ausgestellten Bildern, auf denen
eine Laute oder andere Zupfinstrumente zu sehen sind,
Darstellungen verfügbar. Und manchmal lassen die Auflösungen
der Abbildungen nur kaum
noch akzeptable Ausschnittvergrößerungen
zu. Mit meinem Beitrag möchte ich aber eigentlich
auch anregen, die Bilder in den Pinakotheken selber
anzuschauen und auch in anderen Museen Bilder mit Darstellungen
von Lauten und anderen Zupfinstrumenten zu suchen und
auf
Funde hinzuweisen.
Im Internet gibt es eine
Reihe von Seiten mit Lauten-Iconographien. Zu nennen sind exemplarisch:
Wayne Cripps: http://www.cs.dartmouth.edu/~wbc/icon/icon.html
Alfonso Marin: http://www.xs4all.nl/~amarin/Page1.html
Mary Rasmussen: http://www.unh.edu/music/igref.htm
Ekkehard Schultz-Kurz: http://www.lesbouffons.de/schulze-kurz.htm |
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Alte
Pinakothek: |

"Römischer Karneval"
(Ausschnitt) |
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Jan Breughel der Ältere
(1568 - 1625)
Das im Durchmesser nur ca. 12 cm große
Bild entstand um 1600 in Antwerpen. 3 Personen stehen
vor einem Haus. Die rechte Person spielt eine dickbäuchige
Laute. Die Abbildung ist so klein, dass keine weiteren
Details erkennbar sind. |
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"Kunstkabinett des Bürgermeisters
Rockox" (Ausschnitt) |

"Maria mit dem Kinde in der Glorie"
(Ausschnitt)
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Frans Francken
(1581 - 1642)
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Albrecht Altdorfer (1480
- 1538)
Rechts neben Maria sind musizierende Engel
abgebildet. Bemerkenswert ist, das von den lautespielenden
Engeln einer rechts-, der andere linkshändig spielt.
Leider gibt es im Netz noch keine Abbildung, auf der
beide zu sehen sind. |
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"Krönung Mariae" |

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Meister der Lyversberger Passion
(tätig zwischen 1460 - 1490)
Links und rechts neben der unmittelbaren Krönungsszene
sind musizierende Engel in je vier Staffelungen abgebildet.
Auf der linken Seite zupfen Engel mit einem Plektron
die Saiten von Zistern (linkshändig), auf der rechten
Seite werden die Saiten von Lauten ebenfalls mit einem
Plektron gezupft (rechtshändig). Dass die Zistern
auf der linken Seite des Bildes linkshändig gespielt
werden, dürfte wohl rein optische Gründe haben. |
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"Thronende Maria mit dem Kind, Heilige
Jungfrau und musizierende Engel" (Ausschnitte) |

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Kölnisch um 1440
Die musizierenden Engel sind um Maria und
die bei ihr weilenden 4 Frauen (mit Heiligenschein)
herum als fliegend erkennbar angeordnet. Nur der oberhalb
dieses Textes angeordnete Engel steht unmittelbar rechts
an der Gruppe. Er und die anderen die Laute spielenden
Engel scheint die Saiten mit einem Federkiel zu zupfen. |
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"Maria mit Kind und Engeln"
(Ausschnitt) |
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(leider ohne Bild)
"Die Himmelfahrt Mariae"
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Meister des
Aachener Altars (tätig ca. 1480 - 1520)
Links hinter Maria mit dem Kinde steht eine
Gruppe musizierender Engel. Sie haben auch ein großes
Notenblatt in den Hand. Ein Engel spielt die Laute. |
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Sienischer Meister um 1340 |
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"Dorfbaderstube" (Ausschnitt) |

"Prunkstilleben" (Ausschnitt)
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"Musikalische Unterhaltung"
(Ausschnitt) |
Adriaen Brower
(1605/06 - 1638)
Im Hintergrund der Baderstube ist auf einem
Tisch vor einem Fenster liegend die Muschel einer Laute
zu sehen. |
Jan Fyt
(1611 - 1661)
Auf dem großformatigen Bild sind links
unterhalb der Mitte einige Instrumente angeordnet. U.a.
sind eine Gitarre sowie eine Laute zu sehen. Bei der
Laute klar erkennbar ist ein Chanterelle-Reiter. Es
dürfte sind um ein 10- oder 11-chöriges Instrument
handeln. |
Caspar Netscher
(1636 - 1684)
Das Bild ist um 1665 entstanden. Bemerkenswert
ist, dass zu Füßen des eine "französische
Laute" spielenden Lautenisten auch der Kasten für
das Instrument abgebildet ist. |
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Neue Pinakothek: (Bild ist
im Internet verfügbar, aber ausdrücklich geschützt;
siehe: http://www.kunstkopie.de/)
"Galante Gesellschaft"
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(leider ohne Bild)
"Santa Maria Maggiore vom
Garten der Villa Negroni"
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Louis-Rolland Trinquesse
(um 1746 bis um 1800)
Gespielt werden auf diesem 1774 entstandenen
Bild ein Tasteninstrument sowie eine Gitarre. |
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Joseph Anton Koch (1768
- 1839)
Auf dem zwischen 1830 und 1832 entstandenem
Bild ist ein lautenartiges Instrument mit 6 Saiten zu
sehen. Es ist nicht genau auszumachen, ob das Instrument
einen flachen oder bauchigen Korpus hat. Es hat keinen
Knickhals. |
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"Empfang König Ottos von Griechenland
in Athen 1839" (Ausschnitt) |

"Die Fermate" (Ausschnitt)
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"Das Märchen vom Aschenbrödel" |
Peter von Hess (1792 -
1871)
Am äußerst linken Rand des Bildes,
abseits vom eigentlichen Hauptgeschehen, spielt ein
Mann mit Turban ein lautenähnliches Instrument
mit 4 Chören. Das Instrument hat keinen Knickhals.
Es könnte sich um ein "Lauto" handeln,
ein Zupfinstrument mit Stahlsaiten, eingelassenen oder
Darmbünden, das auch heute noch in der türkischen
und vor allem griechischen Musik als Begleitinstrument
einer Lyra oder einer Gruppe anderer Zupfinstrumente
Verwendung findet. |
Johann Erdmann Hummel
(1769 - 1852)
Das Bild ist um 1814 entstanden und zeigt
insgesamt 5 Personen. Von ihnen sind drei in das musikalische
Geschehen einbezogen: die Gitarristin, eine Sängerin
und ein stehender Mann, der zu dirigieren scheint und
gerade in der Fermate verhält.
Siehe auch E.T.A. Hoffmann: Die Fermate. Eine
musikalische Novelle, die ihren Ausgangspunkt beim Betrachten
des Bildes nimmt. |
Moritz von Schwind (1804
- 1871)
Das Bild - besser: die Bilder - ist zwischen
1822 und 1852 entstanden. In den Randbereichen des die
Einzelbilder zusammenfassenden Rahmens sind u.a. Personen
abgebildet, die lautenähnliche Instrumente spielen. |
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"Die Testamentseröffnung"
(Ausschnitt) |
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David Wilkie (1785 - 1841)
Das Bild ist auf 1820 datiert. Das an der
Wand hängende Lauteninstrument hat 10 Wirbel und
6 Chöre (4 x 2; 2 x 1). Die Bünde reichen
auf dem Hals bis "h". Die Muschel könnte
aus Elfenbein sein. |
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