Kurze Beschreibung des Manuskriptes
Als MS 2002 wird
das Lern-/Lehr-Lautenbuch, gewidmet Pater Hermien Kniebandl,
in der Universitätsbibliotkek in Wroclaw (ehemaliges Breslau)
geführt. Das Manuskript hat 132 Seiten und beginnt mit
einer Instruction, wie sie von Philipp Franz Le Sage de Richée
aus seinem "Cabinet der Lauten" (Breslau 1695) bekannt
ist:
"Wie
sich Incipienten So der eigendlichen Application nicht erfahren
zu verhalten haben"
Das MS enhält
Stücke für die 11- und 13-chörige Barocklaute,
die S.L. Weiss, dessen Bruder Johann Sigismund ("Weiss
junior"), J.M. Kuehnel und David Kellner zugeschrieben
werden bzw. definitiv von ihnen stammen; es enthält aber
auch Stücke, die dem wohlbekannten Vielschreiber "Anonymus"
zuzuordnen sind.
Tim Crawford,
so der dankenswerte Hinweis von Markus Lutz, geht davon aus,
dass das MS vor Drucklegung der "XVI. Auserlesenen Lautenstücke"
von David Kellner entstanden ist, da schon vor der Veröffentlichung
der gedruckten Fassung Einzelstücke kursierten. Vorsichtiger
ist allerdings Kenneth Sparr bei der Datierung dieses MS in
seiner lesenswerten Abhandlung "David Kellner - A Biographical
Survey" (1997): entweder kursierten vor der Drucklegung
in Hamburg (1749) Abschriften der Kompositionen - oder diese
Abschriften entstanden nach der Druckveröffentlichung.
Bemerkenswert ist, dass auch dieses Manuskript - gedacht von
der gesamten Konzeption her als Lehr- oder Lernwerk - eine Reihe
von unkorrigierten, doch offenkundigen Fehlern enthält,
aber in einzelnen Stücken auch Abweichungen von anderen
bekannten Fassungen. Im Einzelfall wird darauf hingewiesen.
Bemerkenswert ist ferner, dass in einigen Stücken gelegentlich
eine Notierung für die 11- wie für die 13-chörige
Laute im Bass enthalten ist.
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Pater Hermien Kniebandl ?
Noch einige Anmerkungen
zu Pater Hermien Kniebandl als Versuch der Annäherung.
Grüssau,
das heutige Kreszow in der Republik Polen, liegt zwischen den
südöstlichen Ausläufern des Riesengebirges und
dem Waldenburger Gebirge. Das ehemalige Grüssauer Stiftsland
war stets Grenzland zu Böhmen in der heutigen Tschechischen
Republik.
Das Kloster Grüssau
wurde 1242 von Benediktinern aus Böhmen gegründet
und 1292 von den Zisterziensern aus Heinrichau übernommen.
Die Josephskirche des Klosters wurde in der Zeit zwischen 1690
und 1696 erbaut, die Marienkirche entstand von 1727 bis 1735.
Etwas früher
als die Entstehung der Marienkirche des Zisterzienser-Klosters
ist in Kreszow im süd-böhmischen Olomouc (Olmüz)
im dortigen Jesuiten-Convent die Verbindung existierender Gebäude
durch Erweiterung des Beherbungskomplexes in der Zeit von 1721
bis 1724 zu verzeichnen. Und hier taucht der Name "Kniebandl"
auf! In dem neuen Beherbungskomplex wurde eine Kapelle gebaut
von dem in Olomouc ansässigen Maurermeister Jan Jakub Kniebandl.
Dieser wurde im Jahr 1680 in Znojmo geboren und verstarb am
05.01.1730 in Olomouc.
Ob hier verwandschaftliche
Verhältnisse bestehen zwischen Hermien, der später
oder länger gelebt haben muss als Jan Jakub Kniebandl,
vermag ich aufgrund der sehr unzureichenden Quellenlage nicht
zu sagen. Es wäre schön, wenn Interessierte in der
Republik Polen und in der Tschechischen Republik hier einmal
in die Archiven steigen würden ...
Dear Czech and
Polish friends, to get some more information about the owner
of the MS, Pater Hermien Kniebandl, your help is requested!
Please contact, if you should have any information!
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