.Livre du Luth des Pater Hermien Kniebandl 

Tabulaturen für Laute und Gitarre - Tablatures for the Lute and the Guitar

Barock und "Galante Musik" - Baroque age and "Galant music"

 



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24.05.2007

 

 

 Internationales Festival der Laute
Kassel
18.05. bis 20.05. 2007

 

Warum eigentlich Kassel?

"Die Lautenisten sind in der Stadt!", so lautete die Ankündigung in einem Kulturmagazin der Stadt Kassel für das Internationale Festival der Laute 2007. Im Zeitalter der Renaissance oder des Barock hätte Aufmerksamkeit wohl eher die Nachricht erhalten: "Keine Lautenisten mehr in der Stadt!" oder "Sag' mir, wo die Lauten sind, wo sind sie geblieben?"

Dank seiner guten freundschaftlichen Beziehungen in der Welt der Lautenistinnen und Lautenisten war es Oliver Holzenburg, Festival-Chef-Organisator der DLG e.V. auch 2007 wieder gelungen, ein farbenfrohes, facettenreiches Feuerwerk rund um die Laute und Lautenmusik zusammenzustellen. Und ein Feuerwerk muss nicht unbedingt laut sein, um zu begeistern!

Warum nun eigentlich Kassel?

Nicht, um die Aussage von Matthäus Merian zu überprüfen, wie es angehen konnte, dass 1643 im Januar „das Wasser also unversehens unnd schnell angeloffen kommen, daß man die Fürsten-Personen, so gegen dem Wasser herunder im Nassawer-Hoff gewohnet, mit Gerüsten, zu den Fenstern herauß, hat erretten müssen.“
Oder zur Überprüfung der Aussage von Zacharias Konrad von Uffenbach aus dem Jahre 1711: „Von weitem sieht alles sehr gering aus“. Also: Kassel als umgekehrter Scheinriese?
Auch nicht wegen der Aussage von Joachim Heinrich Campe aus dem Jahre 1785 „In keinem Land so viele hässliche Gesichter gesehen“.

Für die Lautenistenwelt ist Kassel ein Begriff. Insbesondere über Landgraf Moritz von Hessen (regierte 1592 – 1627). Landgraf Moritz förderte die Musik an seinem Hofe und spielte selber mehrere Instrumente - auch die Laute. Obwohl er sich sehr intensiv darum bemüht hatte, gelang es Moritz nicht, John Dowland (1563 – 1626), den führenden Lautenkomponisten des elisabethanischen Zeitalters, dauerhaft zu verpflichten. Musikalische Spuren der Aufenthalte von John Dowland am Kasseler Hof und den damit verbundenen Beziehungen finden sich im Lautenbuch der Elisabeth (1596 – 1625), Tochter des Landgrafen Moritz. Anlässlich des 425jährigen Bestehens der Landesbibliothek in Kassel (gründet von Landgraf Wilhelm IV) ist dieses Lautenbuch als Faksimile-Druck 2005 im Bärenreiter-Verlag in Kassel erschienen. Der Lautenist Joachim Held hat zahlreiche Stücke aus diesem Kleinod im Jahr 2006 in Kassel im Rahmen eines Konzertes zusammen mit dem Sänger Klaus Mertens für den Hessischen Rundfunk eingespielt.

Was vielen Lautenisten mit Schwerpunkt Renaissance John Dowland, ist Lautenisten mit Schwerpunkt Barock der Komponist und Lautenist Silvius Leopold Weiss (1687 – 1750): eine Quelle musikalischer Phantasie und spieltechnische Herausforderung. Für S.L. Weiss ist eine Stippvisite in Kassel belegt: Anfang 1706 kehrte er mit Erbprinz Friedrich von Hessen-Kassel (späterer König von Schweden) auf dem Wege von Berlin nach Düsseldorf in Kassel ein.

Gründe genug für die DLG, Kassel als Festivalort auszuwählen. Kooperationspartner waren: der Hessischen Rundfunk, die Universität Kassel, die Universitätsbibliothek und Murhardschen Bibliothek sowie das Museum für Sepulkralkultur und die Tourismusinformation Kassel.

Wenige Tage vor Beginn des Festivals hatte es noch einmal im Hintergrund der Vorbereitungen einige Aufregung gegeben: La luth enchantée mussten ihren Auftritt aufgrund einer nicht vorhersehbaren Verpflichtung von Anna Kowalska und Anton Birula an der Warschauer Oper absagen. Nun ist die Population der temporär auch immer wieder vom Aussterben bedrohten Gattung der Lautenistinnen und Lautenisten relativ gesehen nicht gerade besonders groß im Vergleich zu anderen Gattungen der Spezies "MusikerInnen", aber sie verfügt über gute Kommunikationsstrukturen und freundschaftliche Beziehungen untereinander. So konnte praktisch von einem Tag auf den anderen "Pantagruel" (Hannah Morrison, Dominik Schneider, Mark Wheeler) als Ersatz gewonnen werden; ein Kunststück, was zuvor auch schon Ugo Nastrucci für einen ebenfalls ausgefallenen Kollegen zu vollbringen gehabt hatte.

 

Treppenhaus im Stadthotel

Das Treppenhaus im "Stadthotel"-
Lautenistische Herberge für ein Wochenende in Kassel.
"DAS" Wochenende!

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