.Livre du Luth des Pater Hermien Kniebandl 

Tabulaturen für Laute und Gitarre - Tablatures for the Lute and the Guitar

Barock und "Galante Musik" - Baroque age and "Galant music"

 



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05.03.2007

 

 

 Erstes Alte Musik-Treffen in Hamburg
17. - 18.02.2007

 


Schon vor mehr als einem Jahr stand beim Lautenspielertreffen in Bremen (Ausrichter: Mathias Rösel) die Frage im Raum:
"Warum nicht eigentlich einmal in Hamburg; natürlich nicht als Konkurrenz
zu Bremen, vielmehr als kleine Ergänzung!"
 
Auch beim Treffen in Cottbus
2006 wurde die Frage diskutiert, schon erste Zusagen getroffen: "Sagt rechtzeitig Bescheid, ich komme/wir kommen!"

Die überaus dankenswerte Initiative haben dann Ursula von den Driesch und Werner Bogula ergriffen mit ihrer Einladung zum
"Ersten Alte Musik-Treffen in Hamburg" (St. Markus Gemeinde, Hoheluft)
; Thema: Spanien.
"Buenos días, vihuelistas, laúdistas, flautistas y vocalistas", hieß es in der Einladung, womit von vornherein klar war, dass es sich nicht ausschließlich um ein LautenspielerInnen-Treffen handeln sollte.

Die ursprüngliche thematische Vorgabe "spanische Renaissance" wurde nach den ersten e-mail-Wechseln Interessierter erweitert um die Barockzeit - in der Praxis ging es dann allerdings auf der Zeitachse in einem besonderen Fall in die andere Richtung!

Ursula und Werner hatten auch (für Hamburg gesehen) ein kleines Angebot relativ günstiger Unterkünfte für Auswärtige entdecken können. Daneben wurden auch Übernachtungsmöglichkeiten von Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Hamburg und Umgebung gemeldet und gern angenommen.

Albert Reyerman (TREE-Edition) stellte ("Damit wir `mal so eine gemeinsame Ausgangsbasis haben ...") eine kleine Sammlung an Solostücken, Duetten und begleiteten Liedern aus Spanien (mit Schwerpunkt Renaissance) aus seinen Publikationen zur Verfügung, ich ergänzte mit mehrstimmigen Sätzen für kleine Ensembles.

Von Nachricht zu Nachricht in Vorbereitung des Treffens wurde der e-mail-Verteiler umfangreicher. Fast zum Schluss meldete sich dann auch noch Rainer Luckhardt (Seicentomusic) an, der just um diese Tage herum in Bremen bei Ivo Magherini sein neu gefertigtes "Läutchen in D" abholen wollte.

Die St. Makus Gemeinde hieß uns willkommen!

"Na, ich hab´gedacht, da kommen so 5, 6 Leutchen. Und dann gehen wir am Abend bei unserem Stamm-Spanier ein paar schöne Tapas essen" - Werner und Ursula kamen wohl doch leicht ins Schwitzen, nachdem letztlich 21 Personen auf der Liste standen: Christian Andrae, Ulf Dressler, Imma Einsingbach, Marion Fermé (Premiere: als Sängerin!), Gisela Helms, Udo Hofschneider, Silke Jantsch, Alexander Löwe, Rainer Luckhardt, Wolfgang Meyer, Antje Pfeiffer, Albert Reyerman (Premiere: bei den "Cantigas" an den Jacobsmuscheln), Mathias Rösel, Klaus Seegers, Martin Struve, Heike und Carsten Timpe, Christine Tsolodimos, Wolfgang Wiehe, die beiden und meine Wenigkeit!

Nur gut, dass es im Gemeindehaus ausreichend Räume gab und die Gemeindeverwaltung von St. Markus sehr flexibel auf die raumgreifenden, wachsenden Ansprüche reagierte - hilfreiche Hände der Gemeinde stellten dann auch für die Besucherinnen und Besucher des Konzertes noch heiße und kalte Getränke bereit!

Zu 09:00 Uhr war das Eintreffen in der St. Markus-Gemeinde angesagt. Einige Teilnehmer hatten diesen Zeitpunkt als absolut gesetzt angesehen, die Gastgeber aber waren wohl selbstverständlich von einem flexiblen "c.t." ausgegangen - befinden sich doch Teile des Universitätsgeländes in relativer Nähe zur Gemeinde.

Warten auf die Gastgeber ...

Es gab: taktische Anweisungen der Gastgeber ...

Taktische Anweisungen

(Ein erster Platzverweis? Ursula und Werner)

... viel Musik in immer neuen personellen und stimmlichen Konstellationen sowie Instrumentenzusammenstellungen
(Flöten, Lauten, Vihuelen, Gitarren, Trommeln, Muscheln ...);

Lo Spagnioletto

Die Damen unter sich

 

 

Drei Lautenisten im besten Alter ...

Auf die Schnelle ein Duett gewagt!

... viel selbst gemachten Kuchen (Dank nochmals an alle BäckerInnen); intensive Gespräche über Musik und Institutionen/Verbände;

Diskussionen

... einen chinesischen Mittagstisch ohne anschließende lange Pause, sondern gleich wieder "Arbeit"; die Zusammenstellung eines Programms für das Werkstattkonzert; die eine oder andere Blödelei und dann einen kulinarisch runden, feucht-fröhlichen (im Spektrum von Selter, Schorle, Bier und spanischem Wein) Ausklang des Tages im "Tercio" (Epperndorfer Weg 164). Die Wirtschaft hatte die für uns reservierten Tische gekonnt dekoriert, so dass wir mit Fug und Recht sagen können, wir hätten auf Rosenblättern gebettet gespeist.

Schmaus bei Tercio

Nur über eine Tätigkeit nach Auflösung der offiziellen Runde im "Tercio" gibt es auch einen greifbaren Beleg: Ursula und Werner schrieben und vervielfältigten noch das Programm für das Werkstattkonzert.


Am Sonntag ging es dann ab 11:00 Uhr (also nach dem Gottestdienst) mit dem Üben im Gemeindehaus weiter.
Udo Hofschneider hatte es tags zuvor noch verstanden, für ein Musizieren in größerer Gruppe zu werben; in vielfältiger Instrumentenbesetzung bei Einsatz auch der Stimme. Rein zufällig hatte er natürlich wieder seine Mittelalter-Laute dabei, erzählte von seinem Kurs zu Liedern auf dem Jacobsweg und hatte ebenso zufällig ein paar Kopien von zwei "Cantigas" zur Hand, die  den Cottbus-Teilnehmern nicht ganz unbekannt vorkamen.

Mutig fand sich eine größere  Gruppe zusammen, die zwei Zeitvorgaben fest vor Augen: 13:00 Uhr Generalprobe, 15:00 Uhr Werkstattkonzert.
Der Rest zog sich zu kontemplativen Übungen oder Haltungen zurück.

Albert: Ich saß auf einem Tische ...

Grifffest
 

Mathias: versunken ...
 

Eine für Lautenisten typische Handhaltung ...

Ein Blick über die Schulter: spanische Tabulatur!
 

Die Faszination der Rosette ...

Imma in der Ferne ...
 

Ein Läutchen in D


Die Generalprobe hatte es in vielerlei Hinsicht in sich: das selbst gesetzte Ziel von 60 Minuten wurde deutlich verfehlt, da wir bei ca. 85 Minuten landeten; einige Stücke klappten ganz hervorragend, andere so, dass selbst anfangs wohlwollendes Lächeln gefror. Hinzu kamen technische Probleme von denen der "Marilyn-Effekt" der originellste war: als Ursula sich zum chorischen Gesang mit langem Rock im Altarraum aufbaute, sprang das Heizungsgebläse an ... die weiteren Ereignisse dürfen als hinlänglich bekannt unterstellt werden.

Kurz nach 15:00 Uhr. Die Kopfzahl des überschlägig betrachteten Publikums schien doch größer zu sein als die Zahl der Akteure!

Nach einer kurzen Anmoderation durch Werner führte dann Rainer routiniert durch das Programm.

  Zu hören (und zu sehen) gab es:

Cantigas de Santa Maria
Alfonso el Sabio (1223-1284)
und
O virgo splendens

Cantigas


La vita fugge und Por asperos caminos

Imma und Rainer

Lo Spagnoletto

Lo Spagnoletto


2 Ricercari, Felici occhi miei

Ortiz


Ay Linda amiga und Mas vale trocar

Vokalensemble


Sonate e-moll von G.B. Granata

Granata


Ysabel

Ysabel


Beatriz, cómo es possible? Und ein Paar Takte
von "O, desdichado de mi"

(Hier war der Fotograph selber an
den Saiten tätig!)

Con qué la lavaré

Con que


Paseábase el rey moro und Argimina nombre le dio

GastgeberIn


Credo de Mille regrets

Udo und Klaus


Si la noche und El baxel

Antje und Ulf


Ay de le noble vile de Pris

Alexander und Ulf


Dos estrellas le siguen und Din di rin din

Din di rin din


The Band

Einige Darbietungen lagen weit über dem Niveau eines bloßen Werkstattkonzertes und waren rundherum gelungen.

Bei einigen Stücken, die bei der Generalprobe nicht so recht hatten klappen wollen, lief es nun beim Konzert wie oder fast wie am Schnürchen. Es gab aber auch den umgekehrten Fall. So gelang es mir nicht, das kleine Lautenensemble nach "Beatriz... " noch durch ein zweites, rhythmisch ebenfalls sehr anspruchsvolles Stück zu führen.
Vielleicht war ich auch einfach zu pingelig ...

Applaus gab es durchgängig; und das tat uns allen gut! Insgesamt dauerte das Konzert dann etwas über 1,5 Stunden und war insgesamt wie in den überwiegenden Teilen Premiere.

Das Blatt

Was ich dann noch an Reaktionen aus dem Publikum bei den Nachgesprächen mitbekam, war durchweg positiv. Ganz offenkundig war es uns auch gelungen, unsere Freude an der Musik und unseren Spaß am gemeinsamen Musizieren "über die Rampe" zu bringen.

Beim abschließenden Kaffeetrinken gab es zwar nur noch wenige Kuchenstücke (der Kuchen hatte das Mittagessen ersetzt, für das es keine Zeit gegeben hatte), dafür aber noch ein paar Instrumente von Kai Schupp (Lautenbauer in Hamburg-Altona) zum Ausprobieren und einen übereinstimmenden Wunsch an Ursula und Werner:
"Das war so toll, das muss eine Fortsetzung finden!"

In diesem Sinne:
bis zum 2. Alte Musik-Treffen in Hamburg!
 
Wirbelspiel 


 

 

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