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- Das MS Göess-Hueber -

 


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27.01.2006

 

Zupfer

 

Sonate Nr. 6 Bb-Dur (du comte bergen) des MS Vienna V1078 (Nationalbibliothek Wien) im Vergleich zur Fassung Göess-Hueber Folie 16v ff. (Schloss Ebenthal/TREE Edition) 
 

 

 

 

 


Das Pendant der Sonate/Suite Nr. 6 Bb-Dur („du comte bergen“) des MS Vienna V1078 (Nationalbibliothek Wien) findet sich im Abschnitt der von Hueber in eigener Hand notierten Manuskriptseiten des sogenannten MS „Göess-Hueber“ auf den Folien 16v ff. Ein Hinweis auf den Komponisten fehlt – wie auch bei den übrigen Stücken – in der Fassung des MS „Göess-Hueber“.

Beide Fassungen unterscheiden sich insofern gravierend voneinander, als in der Fassung Göess-Hueber nach Allemande, Courante und Fantasie ein Menuet (1) folgt, an das sich die Gigue, eine Wiederholung von Menuet (1) und das zweite Menuet (2) – in g-moll - anschließen und ein weiteres Menuet (3) – ebenfalls in g-moll - über die Folien 20v und 21 hinweg jeweils in der vierten Tabulaturzeile notiert ist. Diese Menuet (3), das nicht im MS Vienna V1078 enthalten ist, greift konventionelle Motivwendungen des zweiten Menuets (2) auf, ohne dass aber von einer tatsächlichen Variation gesprochen werden kann.
 

 

 

Übersicht der Satzfolgen Sonate Nr. 6 Bb-Dur (du comte bergen)
 

 

 

 

Fassung Vienna V1078

 

Fassung Göess-Hueber

 

 Allemande
Courante
Fantasie
Gigue
Menuet (1)
Menuet (2)
                

 

 Allemande
Courante
Fantasie
Menuet (1)
Gigue
Menuet (1)
Menuet (2)
Menuet (3)

 

 


Wie auch bei den anderen in beiden Manuskripten enthaltenen Sonaten/Suiten gibt es auch hier eine Reihe von Unterschieden bei den notierten Ornamenten. Und: bei der Fassung MS Göess-Hueber werden die Angaben für den Parallelanschlag im Bass (Daumen) sorgfältig ausgewiesen, fehlen aber in der Fassung Vienna V1078 völlig.

 

 


 

 

 

Eine Auswahl bemerkenswerter Unterschiede im Einzelnen (Darstellungsablauf nach Anordnung der Tänze/Sätze wie in Fassung Vienna V1078)
 

Im oberen System ist jeweils die Fassung MS Vienna V1078, im unteren die Fassung MS Göess-Hueber abgebildet.
 

 

 

 

Allemande

 

 

 

 GV6_All_05.jpeg

Takt 05
Die Fassung GH erscheint mir „rund“ durch durch das „b“ im Akkord.

 



 

 

 

 

 GV6_All_207.jpeg

Takt 2-7
Beides ist aus meiner Sicht möglich, GH aber nachvollziehbarer, da eine auf- und absteigende Linie in der Melodieführung erkennbar wird.

 

 

 

 

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Courante

 

 

 

 GV6_C_209.jpeg

Takt 2-9
Vienna. In den Bass oktavierte Terz, GH: in den Bass oktavierter Ausgangston.

 
 

 

 

 

 GV6_C_215.jpeg

Takt 2-15
Das „D“ bei GH ist logisch, da eine aufsteigende Basslinie begonnen wird.

 


 

 

 

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Gigue

 

 

 

 GV6_G_210.jpeg

Takt 2-10
Göess-Hueber in der Logik des aufsteigenden Basses.

 

 

 

 

 

 

 GV6_G_212.jpeg

Takt 2-12
Bei Göess-Hueber wird die Rhythmusgruppe der ersten Takthälfte (1/8el mit folgenden 4 1/16tel) wiederholt, während bei Vienna – in der Wirkung aber behäbiger – die zweite Takthälfte rhythmisch differenzierter ist (1/8el, 2 1/16tel, 1/8el). Die Fassung bei GH wirkt aber dynamischer, da die aufsteigende Basslinie auf 5+ beginnt.

 

 

 

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Menuet (2)

 

 GV6_M2_205.jpeg

Takt 2-05
Der Bezug zum davorliegenden Takt 13 ist zu sehen; er endet in der Melodie mit einem „g“. Bei Vienna wird nun zu Beginn des 14ten Taktes zwei Halbtöne zurückgegangen („f“), um dann einen Quintensprung zum nächsten Ton vorzunehmen. Bei Göess-Hueber wird stattdessen gegenüber dem abschließenden „g“ des 13ten Taktes zu Beginn des 14ten Taktes mit einem Halbton höher begonnen (aufsteigende Linie vom Schlusston des 13ten Taktes ausgehend!), um dann eine große Terz höher zu gehen.

 

 

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