.Livre du Luth des Pater Hermien Kniebandl 


Barock und "Galante Musik" - Tabulaturen für Laute und Gitarre

- Das MS Göess-Hueber -

 


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07.09.2010

 

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Konkordanzen im MS Göess-Hueber


 

 

 

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Überblick

 

 

 

 

 

 

 

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Hinweise zu Unterschieden in den Fassungen der Suiten/Sonaten von Graf Bergen und Prince de Lobkowitz im MS Wien/Vienna V1078 und MS Göess-Hueber 

 

 

 

 

 

 

 

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Einzeldarstellungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonate Nr. 3 F-Dur (du comte bergen) des MS Vienna V1078 (Nationalbibliothek Wien) im Vergleich zur Fassung Göess-Hueber Folie 2v ff. (Schloss Ebenthal/TREE Edition)

 

 

 

 

 

Sonate Nr. 4 a-moll (du comte bergen) des MS Vienna V1078 (Nationalbibliothek Wien) im Vergleich zur Fassung Göess-Hueber Folie 7v ff. (Schloss Ebenthal/TREE Edition)

 

 

 

 

 

Sonate Nr. 5 Bb-Dur (du prince de lobkowitz) des MS Vienna V1078 (Nationalbibliothek Wien) im Vergleich zur Fassung Göess-Hueber Folie 11v ff. (Schloss Ebenthal/TREE Edition)

 

 

 

 

 

Sonate Nr. 6 Bb-Dur (du comte bergen) des MS Vienna V1078 (Nationalbibliothek Wien) im Vergleich zur Fassung Göess-Hueber Folie 16v ff. (Schloss Ebenthal/TREE Edition)

 

 

 

 

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Konkordanzen: Überblick

 

 

 

 

 

Leider gibt es im MS Göess-Hueber (wie auch in anderen Lautenmanuskripten) keinen schriftlichen Hinweis auf die Komponisten der jeweiligen Stücke. Kannte man bei Notierung der Stücke in dem Manuskript auf die Angabe der Komponisten verzichten, weil jeder Spielerin/jede Spieler sofort klar war: "Das ist doch von ...!"?

Die ersten 42 Stücke (bzw. 43, da ein Menuett zweimal auftaucht) des MS Göess-Hueber sind wohl von Hueber kopiert worden (Folien 2v - 32). Diese Stücke bilden sechs Suiten. Die ersten vier der sechs Suiten sind Fassungen der auch im MS Wien/Vienna V1078 enthaltenen Sonaten/Suiten von Graf Pergen und Prinz Lobkowitz (siehe zu den Unterschieden und Parallelen an anderer Stelle). 

Wie im MS Wien/Vienna V1078 folgt den Sonaten/Suiten von Graf Pergen und Prinz Lokkowitz im MS Göess-Hueber ab Folie 21v eine Sonate/Suite in g-moll (Allemande - Courante - Menuet -Trio - Bourée - Gigue). Diese Sonate/Suite ist allerdings nicht mit der G. Porsille zugeschiebenen im MS Wien/Vienna V1078 identisch oder würde auch nur entfernt an sie erinnern. Eine weitere Sonate/Suite in g-moll (Entrée - Menuet - Echo - Men: - Gigue - Rigodon - Sarab: - Pas .?..) schließt sich an. Auch hier fehlt die Angabe des Komponisten.

Den Abschluss der von Hueber notierten Stücke bilden zwei Arien, die offenkundig (lange Pausen verzeichnet) jeweils den Lautenpart eines Ensemblestückes oder die Begleitung zu einer Arie darstellen. Auch hier fehlt wieder der Hinweise auf den oder die Komponisten.

Was nach den Hueber-Aufzeichnungen notiert ist, könnte dem ersten Hinsehen oder Spielen nach vielfach unter die Kategorie "technische Übung" und "Kompositionsübung" fallen. Eindeutige Ausnahmen bilden dabei überwiegend die von Maria-Anna notierten Stücken (z.B. die Pichler-Parthia (Allemande - Gavotte - Minuet - Trio - Paisane - Capricio) auf den Folien 49v ff.).  

Als vorläufige Einschätzung teile ich auf jeden Fall nicht die im Registerband veröffentlichte Ansicht, was nach den Kopien der Stücke von Bergen und Lobkowitz folgt, sei wohl eher das, was vielleicht dem musikalischen Stile Huebers entspreche: mit dieser verallgemeinernden Aussage werden die vielen "Etüden" unterschlagen, die diesem MS doch einen besonderen Charme verleihen. Den "Etüden" und "Kompositionsübungen" einen "musikalischem Stil" zuzuordnen oder sie als Ausdruck eines "musikalischen Stils" zu charakterisieren, halte ich eindeutig für überzogen. Eher lässte die Häufigkeit der notierten "Minuette" darauf schließen, dass dem Zeitgeschmack Entsprechendes aufgezeichnet wurde.

Bei einem Teil der Stücke, die nicht den Suiten von Bergen, Lobkowitz oder Pichler zuzuordnen sind, ist beim Hören - aber auch beim Lesen der Tabulaturen - der Eindruck von Bekannt- oder Vertrautheit nicht ganz von der Hand zu weisen. Es scheint, als hätten die Schreiberinnen/Schreiber etwas gehört und dann aus dem Gedächtnis notiert. Und das Gedächtnis trügt bekannter Weise ja gelegentlich; und dann muss interpoliert werden.

Zwei Beispiele sind für diese Arbeitshypothese zu benennen:

das "Allegro" Folie 78v/79 und das "Minuet" Folie 110v

Und diese Beispiele sind dann auch akustisch (midi-file) zu erfassen:

 

 

Gehörte Ursprungsfassung?

 

Fassung Maximilliana (Göess-Hueber)

 


8. Satz der Sonate Nr. 20 (London) "Comment Scavez-Vous?"

- oder: BA/56v ("Boure"), W2003/33v, W2010/88, ("Bourée"), Ha/41 ("Capricio Pichler") -

Stammt von Pichler oder ist ihm gewidmet

 


"Allegro" Folie 78v/79

 


"Menuet" MS W(arschau) 2005/95

Stammt wohl von Pichler

 


"Minuet" Folie 110v

 

Ob S.L. Weiss oder Pichler der Komponist dieser beiden Stücke ist oder beide je eines der Stücke geschrieben haben, ist derzeit noch nicht definitiv geklärt.

Kaum vorzustellen vermag ich mir allerdings ein Lautenbuch aus dieser Zeit, das nur zwei Bezüge zur Musik von Weiss oder von Sammlungen mit Weiss-Bezug haben soll.

Hier wartet noch einige Arbeit, um weitere Konkordanzen herauszufinden und eindeutig zu belegen. Bei den Stücken, die aus Maximillianas Hand stammen, wird es nicht ganz einfach sein: wohl zum Teil Gehörtes wurde aus dem Gedächtnis notiert und dabei auch noch sehr unkonventionell vorgegangen (Taktstriche und Notenwerte als Zufallsereignisse?).

 

 

 

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Hinweise zu Unterschieden in den Fassungen der Suiten/Sonaten von Graf Bergen und Prince de Lobkowitz im MS Wien/Vienna V1078 und MS Göess-Hueber 

 

 

  

 

 

Die Fassungen der Suiten/Sonaten von Graf Bergen und Prince de Lobkowitz im MS Wien/Vienna V1078 sind an anderer Stelle beschrieben worden (siehe auf der Hauptseite die Ausführungen zum Manuskript sowie die Tabulaturen).

Rein aus Kapazitätsgründen und zur Vermeidung von Ermüdungserscheinungen bei der Lektüre wird auf die Darstellung und Abbildung aller Übereinstimmungen/Abweichungen zwischen den Fassungen der Suiten/Sonaten verzichtet. Im Übrigen sollen die Hinweise eigene Beschäftigungen mit den beiden Manuskripten nicht überflüssig machen, sondern dazu motivieren.

Im Gesamtüberblick ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Suiten/Sonaten in den Fassungen Göess-Hueber wesentlich mehr und/oder andere Verzierungen (Ornamente) enthalten als in den Fassungen des MS Wien/Vienna V1078 und stärkere rhythmische Differenzierungen aufweisen: verspieltes Rokoko!

Dem Lautenlehrer Hueber scheint aber die Lust an ausgeschriebenen Ornamentierungen oder zusätzlichen Ornamentierungen von Sonate zu Sonate gegenüber den Fassungen Wien V1078 vergangen zu sein.

Über die "links" in der Seitenübersicht weiter oben sind die Einzeldarstellungen zu erreichen.
 

 

 

Die Melone

 

 

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