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Barock und "Galante Musik" - Tabulaturen für Laute und Gitarre

- Das MS Göess-Hueber -

 


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Last update:

 

 

07.09.2010

 
 

    Schrift Hueber

Handschriften im MS Göess-Hueber:
mehr als zwei!


Im Registerband der TREE-Edition zur Goess-Sammlung heißt es im Überblick:

"Die ersten 41 Stücke des Ms., die insgesamt sechs Suiten bilden, sind wohl von Hueber kopiert. Vier dieser Suiten sind identisch mit Werken von J.F.W Rgrf. von Pergen (3) und Philipp Hyacinth Fürst von Lobkowitz (1), die in der Handschrift Suppl.Mus 1078 der Österreichischen Nationalbibliothek überliefert sind. Eine weitere Suite (ff 47v - 51v) stammt von Pichler."

Diese Beschreibung ist nicht ganz präzise und sollte in einer weiteren Auflage korrigiert werden. Zum einen sind auch zwei Stücke in der Handschrift von Hueber notiert, bei denen es sich jeweils wohl um die Lautenstimme von Ensemblestücken - "Arien" - handeln dürfte. Zum anderen halte ich es als Ergebnis von Vergleichen für nicht korrekt, undifferenziert von einer "Identität" der Stücke von Graf Bergen und Prinz Lobkowitz in den beiden Manuskripten zu sprechen. Auf die Ergebnisse der Vergleiches wird an anderer Stelle eingegangen (Konkordanzen).
 

Im Registerband der TREE-Edition zur Goess-Sammlung heißt es auch:

"Nach den ersten sechs Suiten erscheint eine andere Schrift, und diese bleibt auch für die restlichen 102 Stücke. Diese Schrift scheint die der jungen Maximiliana gewesen zu sein, denn es gibt zahlreiche Unaufmerksamkeiten und Fehler in der Tabulatur und auch der musikalische Stil ist nun ein anderer (vielleicht der von Hueber?)."
 

Auch hier scheint mir bei einer Neuauflage die Ausbringung von Korrekturen geboten.

Meines Erachtens nach lassen sich im Manuskript gesichert 5 Handschriften unterscheiden (1)

 Schrift Hueber

   

Die Schrift ist dem Lehrer Hueber zuzuordnen.

  

 Schrift Maria-Anna

   

Die Schrift ist gesichert der Mutter Maria-Anna zuzuordnen.

  

Schrift Maximilliana

Die Schrift ist Maximiliana zuzuordnen.

  

Schrift Unbekannt I

Die Schrift konnte bisher nicht einer Person zugeordnet werden (Folie 114v)

  

Schrift Unbekannt II

   

Die Schrift konnte bisher nicht einer Person zugeordnet werden. (Folie 116v und 117 r)

 

Es gibt einige Stücke, bei denen die Handschrift der von Maria-Anna sehr ähnlich ist, es aber gravierende Abweichungen in der Hand bei der Notierung der Taktart gibt. Gute Vergleichsbeispiele sind alle Stücke im 3/4-Takt; z.B. 32v mit dem schwunghaften Ansatz der 3 und 57v mit der "Fraktur-3". Besonders interessant auch 110v: beim Takt eine deutliche "Fraktur-3", allerdings klar nach links fallend. Es folgt eindeutig die immer nach rechts fallende Handschrift von Maximilliana. Nach drei Taktstrichen ein Bruch. Was folgt, könnte die Handschrift von Maria-Anna sein; und: der Taktstrich fällt nach links. Die Handschrift wird dann bis zum Schluss immer grober, fast unkontrolliert. Wenn man sich die letzten sieben Takte anschaut, dürfte dies nicht nur ein Problem des Federkiels sein ... ein Schluck Wein zuviel? Übrigens vermitteln auch andere Stücke mit der Handschrift von Maria-Anna den Eindruck, gegen Ende hin nicht mehr sehr konzentriert notiert zu sein.

Es dürfte sich lohnen, die Handschriften noch einmal intensiv zu analysieren. Auf jeden Fall enthält das MS Goess-Hueber mehr als zwei bzw. drei Handschriften.
 

Eine musikalische Familie
 

(1) Bitte beachten Sie: die mangelhafte Auflösung liegt nicht an der Vorlage aus der TREE-Edition, sondern ist Ergebnis meiner technischen Unzulänglichkeiten. Ich bitte um Nachsicht! Gedankt sei Albert Ryerman - TREE EDITION -, der den Abdruck genehmigt hat

 

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